Wie im letzten Post erwaehnt, verbrachten Paul und ich die vergangene Woche auf dem Petzl RocTrip in Piedro Parada. In aller Frueh (06:00) gings am vergangenen Montag zum Busbahnhof von Esquel um mit dem 7er Bus in Richtung RocTrip aufzubrechen. Dort warteten wir dann zusammen mit vielen anderen Leuten bis endlich gegen 10 ein Bus auftauchte.
Dass sich das Warten gelohnt hatte, war uns sofort klar, als wir nach weiteren 2 Stunden Fahrt durch weite und grossteils unbewohnte Steppenlandschaften, das Camp erreicht hatten. Dieses lag am Eingang einer impostanten Schlucht und in Sichtweite eines alleinstehenden Felsungetuems. Auf der anderen Seite war es von einem Bach begrenzt. Wir suchten uns ein schattiges Plaetzchen unter einem Baum und stellten dort unser Zelt auf. Danach gings in den imposanten Canyon zum Klettern.
Da wir, im Gegensatz zu den anderen Anwesenden leider keine Helme mit dabei hatten, wurde uns ungewollt eine Menge Aufmerksamkeit zu Teil. Viele "erbarmten" sich sich unser und liehen uns immer wieder einen. Als am naechsten Tag gleich neben uns noch einer ohne Helm kletterte, waren wir schon fast erleichtert. Als dieser, auf die Frage eines Behelmten nach seinem fehlenden Helm sowas wie "It is in Italy" antwortete, wurde ich hellhoerig und stellte bald darauf fest, dass es sich um einen Sextner (Suedtirol) handelte. Suedtiroler scheinen also entweder besonders mutig und mit einem harten Schaedel ausgestattet, oder einfach nur dumm zu sein.
Von Tag zu Tag fuellte sich der Campingplatz mit Zelten und unsere anfaengliche Angst, dass wir nach 3 Tagen ohne fester Nahrung dastehen wuerden, erwies sich als unbegruendet, da der spaerlich befuellte "Supermarkt" immer mehr Artikel zum Verkauf anbot. So goennte wir uns nach drei Tagen Nudel mit Sugo auch das ein oder andere Stueck Fleisch.
War am Montag noch Badewetter angesagt, so verschlechterte sich das Wetter zunehmenden. Bereits am Mittwoch Abend gehoerten die langen Unterhosen zu unserer Abendrobe. Die Kaelte und der stuermische Wind liessen die Koerperpflege immer zur schoensten Taetigkeit des Tages werden. Hatte man sich einmal ueberwunden, in den Fluss zu springen, musste man sich ein zweites Mal ueberwinden, diesen zu verlassen. Der Wind sorgte naemlich dafuer, dass der abgewaschene Dreck sofort durch neuen ersetzt wurde.
Da gegen Ende der Woche mittlerweile so viele Leute im Camp waren, dass man fuer eine bestimmte Route ein Stuendchen anstehen musste und das kalte und windige Wetter andere Taetigkeiten ausser Klettern nicht zulies, entschlossen wir uns schweren Herzens abzuhauen.
Aehnlich wie die Hinfahrt gestaltete sich dieses Unterfangen als kleines Abenteuer, da niemand wusste, ob und wenn ein Bus fahren wuerde.
Nun warten wir auf die Abfahrt Richtung El Chalten. Los gehts um 1030. Geschaetzte Fahrzeit: 20 Stunden. Ein Genuss...
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen