Montag, 28. Januar 2013

Hippie - a - je

"Hay muchos Hippies en Valizas" - diese oder ähnliche Aussagen hörte ich von allen, die mich nach meinem nächsten Ziel fragten. Wie genau diese Aussage zu interpretieren war, wusste ich nie so genau. Dementsprechend neugierig war ich dann auch, als ich mich von der Bushaltestelle ins "Zentrum" aufmachte.
Der Regen der letzten Tage hatte die Wege zu einer Sumpflandschaft werden lassen und so balancierte ich mit meinen Gepäck zur Plaza. Dort hatten sich die Blumenkinder Uruguays versammelt und musizierten und tanzten im Matsch.
Der erste Eindruck bestätigte sich in den folgenden Tagen. Überall wurde musiziert, Zeug gebastelt und verkauft. Valizas - ein Paradies für Hippies und die die es noch werden wollen.
Obwohl ich weder zu den Erst- noch Zweitgenannten gehöre, wurden aus der geplanten einen Nacht gleich drei. Die weiten Strände inklusive der Dünenlandschaften sowie die entspannte Atmosphäre wussten zu überzeugen.
Da am Strand liegen zwar wunderschön ist, irgendwann aber doch langweilt, habe ich die Dünen gestern in Richtung Nachbardorf durchquert, worauf ich von den Locals als verrückt erklärt wurde. Ich hab die 4 Stunden in der Mikrowüste genossen. Auf eine Fatamorgana habe ich leider vergeblich gewartet.

Meine letzten Tage am Meer verbrachte ich in Cabo Polonio. Das kleine Dorf entstand in der Nachbarschaft eines Leutturms. Cabo kann man nur entlang des Strandes oder vom Inland aus an Bord wuestentauglicher LKWs erreichen. Im Ort gibt es kaum Strasse und keine Strassebeleuchtung. Strom gibts nur solange der Wind weht. Daher brennt am Abend vor jedem Haus ein Feuerchen. Mir gefaellts.




















Heute gehts zurueck nach Bueons Aires. Die verbleibenden Tage in Suedamerika kann ich mittlerweile an einer Hand abzaehlen. Arrr

Dienstag, 22. Januar 2013

Alleine und schreibfaul

Seit Paul mich nach unserer Stipvisite in Montevideo leider Richtung Kälte und Schnee verlassen hat, hat sich mein Aufenthalt hier in Südamerika ziemlich verändert. Während die ersten zwei Monate noch ein wenig Abenteuerurlaub und manchmal recht entbehrungsreich waren, genieße ich mittlerweile das süsse Leben eines Strandurlaubers.
Als sich vor knapp zwei Wochen unsere Wege trennten und ich mich aufmachte den wilden Westen Uruguays zu erkunden, hatte ich keine Ahnung, was mich erwarten würde. Das Internet spuckte keine wirklichen Infos aus und der einzige Ort, der mir neben Montevideo ein Begriff war, war das Fischerdorf Punta del Diablo, von dem man sogar im Vinschgau sprach.

Der noch schnell gekaufte Reiseführer erwies sich schon bald als wenig hilfreich und als ich im, vom Reiseführer viel gepriesenen Ort La Paloma angekommen feststellen musste, dass es sich hierbei um ein Rentnerdörfchen handelte, machte sich in mir alsbald eine gewisse Nervosität breit. Als ich abends durch die leeren Straßen von La Paloma streifte, war mein Hirn bereits auf Hochtouren damit beschäftigt Alternativpläne auszuarbeiten.
Umso erfreuter war ich, als mir ein Imbissbudenbesitzer mitteilte, dass ich wenn ich was erleben wolle, doch ins nahegelegenen La Pedrera fahren sollte.
So gings also am nächsten Tag dort hin. Der Burgerbrater sollte Recht behalten. In La Pedrera war bedeutend mehr los. Da ich mich gerade in der Haupturlaubszeit befand, war es kaum möglich zu vernünftigen Preisen eine Bleibe zu finden. Daher bezog ich ein wenig ausserhalb Quartier und tat damit einen Glücksgriff. Während der folgenden Konzertabende auf der hosteleigenen Terrasse wurde ich von den Einheimischen mit Reisetipps überhäuft.
Nach drei Nächten gings in den von vielen wärmstens empfohlenen Nationalpark Santa Teresa. Ich hatte wie so oft keine Ahnung, was mich erwarten sollte und staunte nicht schlecht, als ich im Bus sitzend, einen nicht enden wollenden und wunderbar in die Umgebung integrierten Campingplatz durchquerte. Das ganze wirkte wie eine Campingstadt und erinnerte von den Ausmaßen her an ein grosses Festivalgelände. 
Ich stellte mein Zelt irgendwo im Schatten auf und verbrachte die folgenden sechs Tage damit, am Strand zu liegen, Essen zu besorgen, es zu verspeisen und mit meinen Nachbarn zu plaudern. So wies aussah war ich der einzige Gringo weit und breit und daher ein gerngesehener Gast.


Blick ausm Zelt




getarnt



Fortalezza Santa Teresa

Uruguayanisches Hinterland





Mittlerweile befinde ich mich in Punta del Diablo, dem der Bautätigkeiten nach zu beurteilen zurzeit wohl angesagtestem Ort an der Küste Uruguays. An den "historischen" Kern mit seinen Fischerhäusern reien sich hippe Bungalows. Ringsum erstrecken sich wie im nahen Santa Teresa kilometerlange Sandstrände mit anschließender Dünenlandschaft. Der Atlantik sorgt für eine schöne Brandung und angenehm kühle Nächte.
Nach knapp 10 Tagen im Zelt habe ich heute ein Hostel bezogen und freue mich auf die Matratze.

Punta del Diablo


Donnerstag, 3. Januar 2013

Kurzatmig durchs Altiplano

In den letzten Tagen vor Silvester habe wir von San Pedro aus startend, eine Tour quer durch die Atacamawüste bis in die bolivianische Stadt Uyuni unternommen. Zuvor besichtigten wir die Laguna Cejar mit ihrem hoechst salzhaltigen Wasser.





gesalzen




Da zur Zeit ein nahe San Pedro gelegener Pass von Bolivianern blockiert wird, weil sie ihren Anteil am Geld der Touristen haben wollen, mussten wir einen langen Umweg in Kauf nehmen und daher gegen 4 Uhr das Zelt packen. 
Gegen 10 hatten wir schlussendlich die bolivianische Grenze erreicht, wo wir bereits von einem Jeep erwartet wurden. Als wir unser Zeug aufs Dach hiefen wollten, wurde uns das erste Mal bewusst, dass wir uns im Altiplano auf 3700m befanden.




Im Laufe des Tages besichtigten wir einige intensiv leuchtende Lagunen und mussten bald feststellen, dass es besser ist, sich so wenig wie möglich zu bewegen.









Am Abend bezogen wir von der Sauerstoffknappheit gezeichnet und mit leichtem Kopfweh unser auf 4400m liegende Nachtquartier. Eine Mitreisende aus Hongkong hatte sich bis dahin bereits ihres Mageninhaltes entledigen und hinter meiner abendlichen Zigarette standen große Fragezeichen. Jede überflüssigen Bewegung wurde mit Atemknappheit bestraft und daher gings bald ins Bett.



An eine erholsame Nacht war aufgrund der Höhe nicht zu denken und so war ich recht froh, als der Wecker dem unruhigen Herumwälzen gegen 5 ein Ende setzte. Nach dem Frühstück inklusive Aspirin gings weiter quer durchs Hochland, vorbei an rauchenden Geysiren, abgelegenen Siedlungen und bizarren Gesteinsformationen. Die Nacht verbrachten wir in einem aus Salz gebauten Haus mit Sicht auf das Salar de Uyuni. Dieses durchquerten wir am folgenden Tag. Silvester feierten wir zusammen mit anderen Reisenden im recht "beschaulichen" Uyuni.










Fussball auf 3700m

Paul, Anna, Andrea und ich





Gewicht

Der, wenn auch kleine Teil von Bolivien, den wir bisher gesehen haben unterscheidet sich sehr vom Rest unserer Reiseziele. Das Leben ist hier wesentlich einfacher und langsamer. Die Menschen haben indigenere Gesichtszüge. Leider gehört die verbale Kommunikation nicht zu ihren Stärken.