Dienstag, 22. Januar 2013

Alleine und schreibfaul

Seit Paul mich nach unserer Stipvisite in Montevideo leider Richtung Kälte und Schnee verlassen hat, hat sich mein Aufenthalt hier in Südamerika ziemlich verändert. Während die ersten zwei Monate noch ein wenig Abenteuerurlaub und manchmal recht entbehrungsreich waren, genieße ich mittlerweile das süsse Leben eines Strandurlaubers.
Als sich vor knapp zwei Wochen unsere Wege trennten und ich mich aufmachte den wilden Westen Uruguays zu erkunden, hatte ich keine Ahnung, was mich erwarten würde. Das Internet spuckte keine wirklichen Infos aus und der einzige Ort, der mir neben Montevideo ein Begriff war, war das Fischerdorf Punta del Diablo, von dem man sogar im Vinschgau sprach.

Der noch schnell gekaufte Reiseführer erwies sich schon bald als wenig hilfreich und als ich im, vom Reiseführer viel gepriesenen Ort La Paloma angekommen feststellen musste, dass es sich hierbei um ein Rentnerdörfchen handelte, machte sich in mir alsbald eine gewisse Nervosität breit. Als ich abends durch die leeren Straßen von La Paloma streifte, war mein Hirn bereits auf Hochtouren damit beschäftigt Alternativpläne auszuarbeiten.
Umso erfreuter war ich, als mir ein Imbissbudenbesitzer mitteilte, dass ich wenn ich was erleben wolle, doch ins nahegelegenen La Pedrera fahren sollte.
So gings also am nächsten Tag dort hin. Der Burgerbrater sollte Recht behalten. In La Pedrera war bedeutend mehr los. Da ich mich gerade in der Haupturlaubszeit befand, war es kaum möglich zu vernünftigen Preisen eine Bleibe zu finden. Daher bezog ich ein wenig ausserhalb Quartier und tat damit einen Glücksgriff. Während der folgenden Konzertabende auf der hosteleigenen Terrasse wurde ich von den Einheimischen mit Reisetipps überhäuft.
Nach drei Nächten gings in den von vielen wärmstens empfohlenen Nationalpark Santa Teresa. Ich hatte wie so oft keine Ahnung, was mich erwarten sollte und staunte nicht schlecht, als ich im Bus sitzend, einen nicht enden wollenden und wunderbar in die Umgebung integrierten Campingplatz durchquerte. Das ganze wirkte wie eine Campingstadt und erinnerte von den Ausmaßen her an ein grosses Festivalgelände. 
Ich stellte mein Zelt irgendwo im Schatten auf und verbrachte die folgenden sechs Tage damit, am Strand zu liegen, Essen zu besorgen, es zu verspeisen und mit meinen Nachbarn zu plaudern. So wies aussah war ich der einzige Gringo weit und breit und daher ein gerngesehener Gast.


Blick ausm Zelt




getarnt



Fortalezza Santa Teresa

Uruguayanisches Hinterland





Mittlerweile befinde ich mich in Punta del Diablo, dem der Bautätigkeiten nach zu beurteilen zurzeit wohl angesagtestem Ort an der Küste Uruguays. An den "historischen" Kern mit seinen Fischerhäusern reien sich hippe Bungalows. Ringsum erstrecken sich wie im nahen Santa Teresa kilometerlange Sandstrände mit anschließender Dünenlandschaft. Der Atlantik sorgt für eine schöne Brandung und angenehm kühle Nächte.
Nach knapp 10 Tagen im Zelt habe ich heute ein Hostel bezogen und freue mich auf die Matratze.

Punta del Diablo


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